Der Film iDer Schaum der Tage/i basiert auf dem Roman iL’écume des jours/i, den der Autor und Jazz-Trompeter Boris Vians 1946 im Alter von 26 Jahren veröffentlicht hat. Der Roman blieb das zentrale Werk des Pariser Autors, der im Alter von nur 39 Jahren starb. Obwohl die surreale Liebesgeschichte zu Lebzeiten des Schriftstellers nur wenig Erfolg hatte, wurde das Buch nach Vians im Tod im Jahr 1959 nicht nur zum Bestseller, sondern zum Kultbuch für die französische Jugend und quasi zum literarischen Nationalheiligtum. Fast alle Franzosen haben dieses Buch irgendwann gelesen, meist in ihrer Jugend. Bis in die heutige Zeit übt die romantisch-skurrile Liebesgeschichte eine große Anziehungskraft auf jugendliche Leser aus.
Der Roman enthält viele traumähnliche Elemente, die von der surrealistischen Malerei inspiriert sind. Da der Romantext selbst stark von Bildern beeinflusst ist, bietet er sich geradezu zur Verfilmung an. Der Regisseur Michel Gondry, der das Buch seit seiner Jugend verehrt und mehrmals gelesen hat, hält sich auch äußerst genau an die Romanvorlage und schafft mit seiner Fantasie ein mitreißendes und sinnliches Erlebnis auf der Leinwand.
Der Roman wurde mehrmals verfilmt. 1968 drehte Charles Belmont iL’écume des jours/i. Im Jahr 1993 wurde iDer Schaum der Tage/i von Michael Groote erstmals gezeigt. 1986 schuf der sowjetisch-russische Komponist Edisson Wassiljewitsch Denissow die Oper iL’écume des jours/i.
Der fiktive Charakter des Philosophen und Literaten Jean-Sol Partre, dem einer der Protagonisten des Romans in hoffnungsloser Besessenheit verfällt, ist eine Anspielung auf Jean-Paul Sartre, mit dem der Vians in den vierziger Jahren einen persönlichen Streit hatte, als seine ehemalige Partnerin eine Beziehung mit Sartre anfing.
Die Verfilmung eines Kult-Romans ist immer eine schwierige Herausforderung, da die Leser und Zuschauer große Erwartungen an den Film haben. Daher sind Buchadaptionen oftmals zur Mittelmäßigkeit verurteilt. In diesem Fall war die Herausforderung umso größer, da es sich um einen Klassiker der französischen Literatur handelt und in Frankreich so gut wie jeder das Buch gelesen hat.
In Deutschland und anderen europäischen Ländern ist die Romanvorlage jedoch unbekannt. Daher dürfte die Rezeption des Publikums in diesen Ländern sich wesentlich von derjenigen in Frankreich unterscheiden. Leider wurde der Film aber für die internationale Fassung um 36 Minuten gekürzt, und das von Regisseur Michel Gondry selber. Die zahlreichen Wortspiele und Wortneuschöpfungen des Romans sind in der französischen Originalfassung enthalten, gehen aber in der internationalen Fassung leider verloren.