Hintergründe zum Roman „Der Schaum der Tage“

Diese Geschichte hinter der Geschichte ist ebenso dramatisch und ein wenig traurig wie die Geschichte selbst. Erschaffen wurde dieses Meisterwerk der französischen Literatur von Boris Vian. Es wurde im Jahre 1947 veröffentlicht und sorgte sofort für Aufsehen. Kein Geringerer als Jean Paul Sartre und viele weitere berühmte Künstler der damaligen Zeit setzten sich für dieses Werk ein. Ihrer Meinung nach handelt es sich hierbei um einen zeitlosen Klassiker der die französische Kultur noch in Jahrhunderten würdig repräsentieren würde. Es gab bald zahlreiche Nominierung für das Werk von Vian, doch Preise gab es am Ende keine. Das Publikum reagierte vorsichtig ausgedrückt sehr zurückhaltend. „Der Schaum der Tage“ war ein Werk das unter Künstlern hohes Ansehen genoss. aber seine Zeit brauchte, ehe es auch die Massen begeisterte.

Drei Verfilmungen und eine Oper

Der Stoff des Romans sollte noch viele weitere inspirieren. Die erste Verfilmung des Romans erschien im Jahre 1968. Der Regisseur Charles Belmont wagte sich als Erstes an die Geschichte von Vian. Es sollten noch weitere 20 Jahre vergehen, ehe es zur Veröffentlichung einer auf dem Buch basierenden Oper im Jahre 1986 kam. Edisson Denissow gilt als einer der bedeutendsten russischen Komponisten und auch er war vom Stoff des Romans so begeistert, dass er diese schuf. 1993 sollte das Jahr der zweiten Verfilmung werden, diesmal unter der Regie von Michael Groote. Die bis dato letzte cineastische Umsetzung des Romans gab es dann 2013, für dieses Werk war Michel Grondy verantwortlich. Bei der César-Verleihung 2014 war der Film vielfach nominiert und gewann den Preis für das beste Szenenbild, weitere Nominierungen folgten. Bei der Saturn-Award-Verleihung galt er als der beste internationale Filmbeitrag des Jahres und die Journalisten schrieben sich auf ihren silbergrauen refurbished MacBooks vor Begeisterung die Finger wund.

Den Erfolg nicht mehr miterlebt

Boris Vian erschuf das Werk und durfte nur noch miterleben, wie es von Kollegen geschätzt, aber vom Publikum wenig beachtet worden ist. Erst nach seinem Tod entwickelte sich „Der Schaum der Tage“ zu einem Bestseller und Publikumsliebling. Im Jahre 1958 verstarb der Künstler, der nicht nur Autor, sondern auch Jazz-Trompeter war.

Zu Lebzeiten ist er durch den Roman „Ich werde auf eure Gräber spucken“ schlagartig berühmt geworden, dies war das Jahr 1947 und eine freizügige Übersetzung des Originals von Vernon Sullivan sorgte für einen Skandal. Vian galt als sehr charakterstark und zuweilen etwas dickköpfig, dies führte auch zu Auseinandersetzungen mit seinem ehemaligen Freund Jean Paul Sartre.

Der späte Erfolg von „Der Schaum der Tage“ sorgt nun dafür, dass der Name Boris Vian einen festen Platz in der französischen Literatur gefunden hat. Vian hätte sich diesen vermutlich gerne etwas früher gewünscht, nämlich zu Lebzeiten, aber dies lässt sich bekanntlich nicht erzwingen und er ist mit diesem Schicksal in allerbester Gesellschaft. Wir dürfen davon ausgehen, dass sein Werk noch das ein oder andere Mal neu interpretiert werden wird. Damit wird uns die Geschichte noch viele Jahre erhalten bleiben.

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